Lebensmittelverschwendung: keine Reste mehr

Diese Verschwendung ist eine Schande: Auf viereinhalb Millionen Quadratkilometer, also der Fläche der gesamten Europäischen Union, werden Lebensmittel hergestellt, die später weggeworfen werden. Und währenddessen leiden immer mehr Menschen Hunger…Lebensmittelverschwendung ist aber auch die bitterste Form von Waldzerstörung. Laut dem Trasereport gehen mindestens 3,5 Millionen Hektar Waldzerstörung in wenig mehr als einem Jahrzehnt auf das Konto der Lebensmittelverschwendung.

Der Bundesrat will Verbindliches

Die vor drei Jahren von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte „Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung“ setzt auf freiwillige Vereinbarungen. Die EErgebnisse waren überschaubar. Den Bundesländern ist dies aber nicht mehr genug. Im letzten Beschluss des Bundesrates in dieser Legislaturperiode wird festgestellt, dass die „auf Freiwilligkeit basierenden Konzepte…nicht ausreichend Wirkung zur Reduzierung der Lebensmittelabfälle entfalten.“

Der Bundesrat will jetzt ein Gesetz. Es soll alle Wirtschaftsbeteiligten zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen verpflichten. Ich kann das nur begrüßen.

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Eine massive Reduzierung der Lebensmittelverschwendung ist letztlich auch ein wirksamer Beitrag zu mehr Klimaschutz. 38 Millionen Tonnen schädliche Klimagase könnten allein in Deutschland eingespart werden, wenn wir das gesetzte politische Ziel erreichen, die Lebensmittelabfälle bis zum Jahr 2030 um die Hälfte zu reduzieren. Das ist mehr als die Hälfte der gesamten Treibhausgasemissionen aus der deutschen Landwirtschaft im Jahr 2020.

Die Regierung muss nun handeln

Die neue Bundesregierung muss jetzt dem Beschluss des Bundesrates nachgehen. Es sind nur noch neun Jahre bis 2030. Umso dringlicher ist die Forderung des Bundesrates, die Datenlage endlich zu verbessern, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu evaluieren. Gefordert werden auch regelmäßige Berichte über den Stand der Lebensmittelverschwendung. Eine Forderung, die wir vom WWF seit über zehn Jahren stellen.

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Ich finde es auch gut, dass der Bundesrat mehr Wertschätzung von Lebensmitteln in der Bildung fordert. Und dass in öffentlichen Ausschreibungen für Kantinen und Co die Vermeidung Lebensmittelverschwendung Eingang findet. Das ist überfällig und schon lange machbar.

Politisch kommt der Beschluss zur rechten Zeit

Nächstes Jahr muss die neue Bundesregierung die Wirksamkeit laufender Maßnahmen und neue Ansätze prüfen. Im Rahmen der Abfallrahmenrichtlinie müssen die Mitgliedstaaten jährlich über das Ausmaß von Lebensmittelabfällen an die Europäische Kommission berichten. Der erste Bericht 2022 einzureichen auf der Basis der erhobenen Daten von 2020 einzureichen. Bis 2023 prüft die Europäische Kommission die übermittelten Berichte der Mitgliedstaaten. Sie behält sich aber ausdrücklich vor, einen Gesetzvorschlag für EU-weite Ziele auf den Weg bringen. Gemäß der Abfallrahmenrichtlinie sollen die Lebensmittelabfälle der EU-Mitgliedstaaten bis 2025 um 30 Prozent — und bis 2030 um die Hälfte sinken.

Stopp die Verschwendung!

Du willst selbst etwas tun? Hier sind fünf Tipps, die Dir helfen die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.

Der Beitrag Lebensmittelverschwendung: keine Reste mehr erschien zuerst auf WWF Blog.


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