Chaika - Die Sargprinzessin Vol.1



  • Die Suche nach den Leichenteilen beginnt...

    Der ehemalige Saboteur Toru weiß nach dem Ende des Krieges wenig mit sich anzufangen, ist perspektiv- und antriebslos. Als er den Wald nach Essbarem durchstreift, trifft er das Mädchen Chaika, das einen großen Sarg auf dem Rücken trägt. Toru und Chaika werden von einem gefährlichen Einhorn angegriffen, das Chaika mit dem Einsatz von Magie und der Unterstützung Torus besiegt. Daraufhin bittet Chaika Toru und dessen Schwester Akari, ihr zu helfen, einige mysteriöse Gegenständen zu finden. Wie sich herausstellt, ist das Mädchen die Tochter des mächtigen Magier-Königs Arthur Gaz und auf der Suche nach den sterblichen Überresten ihre Vaters, die einst an acht Helden verteilt wurden.



    Chaika - Die Sargprinzessin präsentiert eine zunächst sehr simpel erscheinende Handlung, die stark an Fantasy-Rollenspiele der alten Schule erinnert: Durch den Mangel an Aufgaben gelangweilter Held findet endlich eine neue Aufgabe, derer er sich annehmen darf. Garniert wird das Ganze mit liebevollen Charakteren, die allesamt ihre Probleme mit sich schleppen, denen sie sich nach und nach stellen müssen. Da Toru, Chaika und Akari jedoch allesamt auch eine humorvolle Seite besitzen, driftet der Anime zu keinem Zeitpunkt ins zu Düstere ab, sondern behält durchweg eine angenehme Leichtigkeit.

    Dennoch schaffen es die Macher elegant, verschiedene Elemente in die Rahmenhandlung einzubauen, wodurch man alle drei Episoden hindurch willkommenen Abwechslungsreichtum spendiert bekommt. So wechselt beispielsweise gleich der Anfang zwischen eindringlicher Charaktertiefe, humorvolle Zwischeneinlagen und blutigen Kämpfen, wobei alles fantastisch ineinandergreift und zu keinem Zeitpunkt unschön zusammengepresst wirkt.

    Und auch der recht simple Hilf mir die Leichenteile-Plot gewinnt immer mehr Leben, ist also bereits bei der dritten Folge gar nicht mehr so einfach gestrickt wie anfangs gedacht. Ausschweifend komplexe Züge nimmt das Werk zwar nicht an, doch allein der Handlungsstrang rund um Chaikas Vater Imperator Gaz wird immer spannender - immerhin werden mit fast jeder neuen Enthüllung neue Fragen aufgeworfen, auf deren Antwort man zunächst warten muss.

    Logischerweise bleiben die drei Haupthelden dabei nicht auf der Strecke. Durch einzigartige Charakterzüge sind Toru, Chaika und Akari gleichermaßen interessante Protagonisten, die durch ihre persönlichen Hintergrüde gleichermaßen interessant bleiben. Gepaart mit gelegentlichen Neuzugängen bietet Chaika - Die Sargprinzessin dem Zuschauer immer wieder neue Elemente, die dem Abenteuer frischen Wind zuführen und Langeweile keine Chance geben.

    Allerdings darf man vor allem in den ersten beiden Episoden keine gigantische Lawine an unvergesslichen Storymomenten erwarten. Denn obwohl störende Längen oder gar Langeweile nicht auszumachen sind, beginnen sich die Handlungsräder von Chaika - Die Sargprinzessin nach dem ersten Start erst sehr langsam zu drehen. Das ist nicht als Nachteil zu verstehen, sollte bei der Erwartungshaltung jedoch unbedingt mit einberechnet werden.



    Bild

    Wenn sich die Macher von Wolf's Rain, Fullmetal Alchemist oder Ouran High School Host Cluban die Umsetzung einer neuen Anime-Serie machen, dann wissen Fans ganz genau, was sie erwarten dürfen: hervorragende Charakterdesigns, starke Farben und teils atemberaubende Umgebungen. Und genau das ist es, was Studio Bones mit Chaika - Die Sargprinzessinabliefert!

    Hier wirkt alles wie aus einem Guss, wodurch man von der allerersten Episode regelrecht in die Fantasiewelt gezogen und erst zum Ende der dritten Episode wieder entlassen wird. Allerdings ist dieser Umstand eben nicht nur den starken Farben oder detaillierten Protagonisten, sondern auch den unglaublich dynamischen Kampfsequenzen zu verdanken. Diese sind mit anschaulichen Animationen und coolen Kamerafahrten nämlich stets abwechslungsreich und packend gestaltet, wodurch sich ein eleganter Konterpunkt zur dialoglastigen oder humorvollen Momenten bilder.

    Die Blu-ray-Power verpasst dem langen I dann endgültig sein Tüpfelchen. Mit aufgedrehter Bildschärfe sowie satteren Farben kommt man hier nämlich in den vollen Genuss der fantastischen Optik, das frei von jeglichen Schwächen ist.



    Sound

    Mit Gabrielle Pietermann, Maximilian Belle und Ilena Gwisdalla hat man für die deutsche Vertonung der drei Haupthelden zwar nicht die allergrößten aus der Welt der Anime-Synchronisierung vor das Mikrofon gestellt, sich aber zumindest auf passende Sprecher mit ausreichend Erfahrung verlassen. Und das hört man dann auch: denn alle drei Synchronsprecher können in ihrer jeweiligen Rolle überzeugen und damit humorvolle sowie ernste Situation fantastisch meistern. Mit Sprechern wie Dirk Meyer hat man dann auch bekanntere Stimmen an Bord, die natürlich ebenfalls abliefern. Und dem japanischen Original somit tatsächlich ebenbürtig sind.

    Tatsächlich zieht die japanische Klangfassung bei Chaika - Die Sargprinzessin den Kürzeren. Grund hierfür ist der PCM 2.0-Sound, der zwar vor allem in den Kampfsequenzen ordentlich aufdreht und mit wuchtigem Bass für unvergessliche Momente sorgt, nicht ganz an die atmosphärische Qualität des deutschen DTS-HD MA 5.1-Formats heranreicht. Dieser versorgt die hinteren Lautsprecher eurer Anlage nämlich auch in ruhigen Momenten mit ruhigen Tönen, sollte für den ersten Durchgang also definitiv auch die erst Wahl sein.

    Mit Seikou Nagaoka hat man dann noch einen recht unbekannten Komponisten verpflichtet, der sein Können jedoch bereits in mehreren TV-Produktionen unter Beweis stellen konnte. Und auch bei Chaika - Die Sargprinzessin enttäuscht er nicht. Sagenhafte oder gar unvergessliche Kompositionen sucht man zwar vergebens, dennoch wird das Gezeigte stets ansprechend musikalisch begleitet. Gamer fühlen sich dabei stellenweise fast wie in einem Japano-RPG - und ein größeres Kompliment könnte man wohl nicht vergeben.



    Extras

    Sammelschuber
    Aufkleber
    DIN A2-Poster


    Auf der Disc sucht man vergebens nach Bonusmaterial, was uns bei der ersten Ausgabe einer Serie nicht sonderlich verwundert. Allerdings hat sich Nipponart zumindest ausreichend Mühe gegeben, um dieses Manko mit zusätzlichen Goodies auszubalancieren und Fans dennoch einen netten Mehrwert zu bieten. Und setzen dieses Vorhaben gelungen in die Tat um.

    Zuallererst fällt natürlich der Sammelschuber auf, in dem sich die erste Blu-ray der Reihe befindet. Und dieses ist nicht nur mit schicken Grafiken versehen, sondern ist zudem wertig und stabil gefertigt, unschöne Knicke oder andere Schäden sind also nur schwer reinzubekommen. Auch das Innenleben ist für Fans attraktiv: Neben Aufkleber wartet noch ein DIN A2-Poster, das wir uns sofort an die Wand geheftet haben. Und obwohl das Fehlen von Bonusmaterial immer schmerzlich ist, kriegen Fans so dennoch ein Lächeln auf die Lippen gezaubert.



    Fazit

    Obwohl Chaika - Die Sargprinzessin mit den ersten drei Episoden noch nicht voll aufdreht und sich abgesehen von einigen beeindruckenden Kampfsequenzen verstärkt auf die Handlung sowie Charaktere konzentriert, schnellt die Spannungskurve bereits mit der abschließenden Folge der ersten Volume stetig nach oben. Und steigert die Vorfreude auf die Fortsetzung vor allem in Verbindung mit einer anschaulichen Optik sowie eines starken Sounds somit ins Unermessliche.

    Wem es also nach einer simplen, aber packenden Fantasy-Handlung mit ausreichend Action und Humor dürstet, der darf Chaika - Die Sargprinzessin auf gar keinen Fall verpassen. Denn mit den liebenswerten Charakteren sowie einer ebenso abgedrehten wie auch spannenden Suche nach verstreuten Leichenteilen ist Potential auf jeden Fall vorhanden!

    Name: Chaika - Die Sargprinzessin Vol.1 [Blu-ray]
    Verleih: Nipponart
    Bild: 16:9 (1080p)
    Ton: DTS-HD MA 5.1, PCM 2.0
    Sprachen: Deutsch, Japanisch
    Untertitel: Deutsch
    Laufzeit: ca. 90 Minuten
    Freigegeben ab: 16 Jahren

    Für alle in diesem Test verwendeten Bilder gilt:
    © 2014 Ichiro Sakaki, Namaniku ATK (Nitroplus)/PUBLISHED BY KADOKAWA Fujimishobo/Chaika Partner

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