Hellsing Ultimate VII



  • Eine schreckliche Vergangenheit. Ein tragisches Opfer. Die ultimative Transformation.

    Nachdem es Seras gelungen ist, die feindlichen Nazi-Soldaten zu besiegen, eilt sie Wild Geese zu Hilfe, die gegen Zooling Blitz chancenlos scheinen. Zoolings besondere Fähigkeiten wirken übermächtig und ihr gelingt es sogar, Seras in einer Illusion gefangen zu nehmen. Dort ist Seras gezwungen, sich erneut ihrer traumatischen Vergangenheit zu stellen. Um gegen diesen überlegenen Gegner eine Chance zu haben, müssen sich Seras und Bernadotte zusammentun und ihre Kräfte bündeln.



    Obwohl man Hellsing Ultimate definitiv in höchsten Tönen loben muss, ist die Serie sicherlich nicht frei von Schwächen. Bereits seit der ersten Folge beschwerten sich Fans oftmals, das die Hauptcharaktere abseits von Integra und Alucard kaum behandelt werden uns sich eher durch besondere Charaktereigenschaften und Kräfte als durch eine tiefgehende Hintergrundgeschichte auszeichneten - und starrten dabei gezielt auf Seras, die anfangs ihren großen Auftritt hatte und dann Alucard, Alexander Anderson und Millennium weichen musste.

    Doch nun erreicht das Fräulein Polizistin ihr vollstes Potenzial. Und markiert dabei einen neuen Höhepunkt der Reihe!.

    Beim Kampf gegen ihren schier unbesiegbaren Millennium-Kontrahenten muss sich Seras nämlich mit ihrer grausamen Vergangenheit auseinandersetzen, wodurch man Zeuge völlig neuer Facetten beim eigentlich sonst recht simpel gehaltenen Charakter wird. Schmerz, Angst, Enttäuschung - gravierende Emotionen, die Seras sichtbar gezeichnet haben und ihr willkommene Ecken und Kanten verpassen.

    Zu einem emotionalen Ausgeheule wird Hellsing Ultimate VII allerdings noch lange nicht. Immerhin muss sich nicht nur Seras Zooling Blitz entgegenstellen, auch die Wild Geese kämpfen bis an die Zähne bewaffnet um ihr Überleben. Und sorgen dabei gemeinsam mit der mächtigen Vampirella für einen gehörigen Actionanteil, der vor allem in den ersten Minuten ordentlich brachial ausfällt.

    Doch nicht nur Seras und die Wild Geese erhalten ihren Auftritt, auch Pip Bernadotte wirft den recht eindimensionalen Mantel des dauercoolen Revolverhelden ab und bekommt neue Facetten spendiert, die der Figur noch mehr Coolness, gleichzeitig aber auch eine gewisse Tragik verleihen. Und kombiniert mit Seras einen leichten Hauch einer Liebesgeschichte bietet, die zu keinem Zeitpunkt zu aufgedrückt, hanebüchen oder gar kitschig wirkt, sondern ebenso kurz wie auch eindrucksvoll eingebaut wird.

    Und obwohl beinharte Hellsing-Fans vor allem beim wuchtigen Finale des Duells zwischen Seras und Zooling ausflippen dürften, ist es das gelungene Zusammenführen mehrerer Charakterentwicklungen und Handlungsstränge, die Ultimate VII so perfekt machen. Denn ob nun Seras, Pip Bernadotte, ihre Beziehung zueinander oder die Wild Geese - jede neue Information, jede Weiterentwicklung, jede Actionsequenz bekommt den passenden Platz und fügt sich somit nahtlos in ein knapp 45-minütigen Puzzle ein, das wahrlich als Meisterwerk bezeichnet werden darf.



    Bild


    Bereits der erste Akt des epischen Duells präsentierte sich als optischer Leckerbissen, der mit einer düsteren, aber dennoch anschaulichen Farbpalette sowie beeindruckenden Effekten durchweg begeisterte. Logischerweise gibt die zweite Runde nun Vollgas und fügt dem bereits positiven Gesamteindruck eine ordentliche Portion Perfektion hinzu.

    Grund für die imposante Bildschirmwucht sind abermals wieder Zooling Blitz' einzigartige Fähigkeiten, die sich immer wieder zu übertreffen scheinen. Somit bekommt man auch immer wieder neue Effekte geboten, die in Verbindung mit schicken Animationen, detailreichen Charakteren sowie packenden Kampfsequenzen vollends zur Geltung kommen und dank der Blu-ray auch dieses Mal wieder eib erstklassiges Niveau erreichen kann.

    Kleinere Schwächen sind auch bei Ultimate VII wieder vorhanden, hauptsächlich handelt es sich hierbei um eine minimale Artefaktbildung in dunkleren Szenen, von denen es natürlich etwas mehr gibt. Wenn man jedoch von einer packenden Szene zur nächsten geführt und immer wieder von einem neuen Augenschmaus abgeholt wird, fallen solche Problemchen kaum auf. Und werden dadurch auch unfassbar schnell ausgeblendet.



    Sound

    In Volume VI spielte Synchronsprecherin Shandra Schadt bereits ihre eindrucksvollen Stärken aus, doch mit Volume VII erreicht sie abermals einen persönlichen Höhepunkt. Kein Wunder: Immerhin eröffnen sich mit dem Blick in Seras' Vergangenheit völlig neue Möglichkeiten für die Stimmenartistin, die diese hörbar dankend annimmt - und gekonnt zum Untermauern der charakterlichen Weiterentwicklung des Fräulein Polizistin einsetzt. Ein wundervolles Highlight, bei dem selbst das japanische Original schwer mithalten kann.

    Natürlich leisten auch die anderen Sprecher weiterhin eine hervorragende Arbeit, bekommen aufgrund eines recht geringen Dialoganteils und eher eindimensionalen Charakteren kaum Raum zur Entfaltung. Immerhin bleibt nicht viel Zeit zum Reden, wenn beinahe im Sekundentakt lautstarke Todesschreie, donnernde Gewehrsalven oder wuchtige Explosionen ertönen. Heimkino-Besitzer kommen also auch dieses Mal wieder auf ihre Kosten und freuen sich mit aufgedrehtem Bass wieder auf ein gelungenes Mittendrin-Gefühl, bei dem selbst der eine oder andere mäßige Spracheinsatz kaum ins Gewicht fällt.

    Einen längeren Absatz über den Soundtrack ersparen wir euch aber. Dieser ist nämlich abermals grandios und verdient definitiv eine deutsche Veröffentlichung. Bisher bleibt leider nur der etwas teure Import, der sich aber dennoch lohnt. Bei solch orchestralischen Meisterleistungen können wir Alucards Rückkehr kaum mehr erwarten.



    Extras

    Booklet (im Mediabook eingebunden)

    Ja, wieder nur ein Booklet. Aber ein unglaublich passendes! Dieses Mal bekommt man nämlich nicht nur wissenswerte Infos zu Pip Bernadotte, der in OVA VII immerhin seinen großen Auftritt hat, geboten, sondern darf sich zudem über ein spannendes Interview mit den zwei Effektregisseuren der Serie freuen, die beim Kampf zwischen Seras und Zooling Blitz sicherlich gut ins Schwitzen kamen.

    ShÛhei Arita und Tatsuya Shiraishi beziehen sich allerdings nicht nur auf die aktuelle Folge, sondern lassen zudem ihre gesamte Arbeit an Hellsing Revue passieren, was ebenso informativ wie auch humorvoll gestaltet ist. Zusätzliche Bonusfilmchen vermissen wir zwar weiterhin, das Booklet möchten wir mittlerweile allerdings auch nicht mehr missen!



    Fazit

    Episches Duell inmitten des untergehenden Londons! Das fulminante Duell zwischen Seras und Zooling Blitz gehört ohne jede Frage zu einem der ganz großen Highlights der Hellsing Ultimate-Reihe und beeindruckt dabei nicht nur mit einem atemberaubenden Gesamtbild, sondern auch mit wissenswerten Einblicken in die Gedankenwelt der charmanten Hauptheldin.

    Und anstatt die Spannungskurve zum Ende der Episode gen Nullpunkt sinken zu lassen, hält Episode 7 diese bis zur letzten Minute am Höhepunkt und lässt die Vorfreude auf die Fortsetzung unerträglich werden. Immerhin wirft Alucards Rückkehr seine Schatten voraus, womit sich gleichzeitig ein neues Highlight anmeldet.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Handlung, Optik, Sound und somit auch Gesamteindruck bleiben weiterhin auf allerhöchstem Niveau, weshalb niemand an Hellsing Ultimate VIIvorbeikommt. Und deswegen am besten auch gleich die drei restlichen Episoden vorbestellt!

    Name: Hellsing Ultimate VII [Blu-ray]
    Verleih: Nipponart
    Bild: 16:9 (1080p)
    Ton: DTS-HD MA 5.1
    Sprachen: Deutsch, Japanisch
    Untertitel: Deutsch
    Laufzeit: ca. 45 Minuten
    Freigegeben ab: 18 Jahren

    Für alle in diesem Test verwendeten Bilder gilt:
    © 2006 Kouta Hirano SHONEN GAHOSHA Co. LTD. / WILD GEESE

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