Ninja Slayer from Animation



  • Ein Rachefeldzug gegen Ninja fetzt ordentlich. Und ein Rachefeldzug gegen Ninja im Retro-Gewand umso mehr!

    Neo Saitama ist ein Moloch aus Gewalt und Verbrechen.

    Ninja herrschen über die Stadt und sorgen für Angst und Verzweiflung. Als die Familie des gewöhnlichen Salaryman Kenji Fujikido getötet wird, sehnt er nach Rache. Plötzlich wird er von einer mächtigen Ninja Soul übermannt und erwacht als Ninja Slayer zu neuem Leben!

    Eine mit Leichen gepflasterte Vendetta beginnt, denn: Ninja müssen sterben!



    Simpel, effektiv, gut. Ninja Slayer From Animation will das Rad gar nicht neu erfinden, sondern sich auf die Animes der 70er rückbesinnen, was bereits beim ersten Blick auf die Handlung ersichtlich wird. Salaryman Kenji wird brutal aus seinem Alltag gerissen und dürstet nun logischerweise nach blutiger Rache. Da kommt die Ninja Soul, die ihn mit unfassbarer Macht ausstattet, gerade gelegen!

    Funktionieren tut das Ganze vortrefflich. Ohne großes Blabla zieht Kenji sein Schwert und zerlegt unliebsame Gesellen mit gnadenlosen Moves. Geschwollene Reden und coole One-Liner stehen hier an erster Stelle, komplexe Wendungen oder gesellschaftliche Kritiken werden derweil unter einem Gegnerberg begraben.

    Klingt doch eigentlich recht gut. Leider wird Ninja Slayer From Animation dann aber doch mit zu vielen Elementen beladen, wodurch das Halten einer ausgewogenen Balance nahezu unmöglich wird. Einerseits haben wir eine fast schon humoristische Aneinanderreihung zahlreicher Over-the-Top-Momente, bekommen aber gleichzeitig eine Vielzahl an Protagonisten mit einer tiefgehenden, emotionalen Hintergrundgeschichte geboten.

    In diesen Momente wirkte das Storykonstrukt nicht mehr stimmig, scheint sogar regelrecht alles auf die Retro-Karte zu setzen. So scheinen viele Handlungsschritte viel zu überstürzt umgesetzt worden zu sein, um möglichst viel in wenig Laufzeit reinzudrücken. Gelegentlich scheinen sogar Bausteine zu fehlen, weshalb wir nicht selten nachschauen mussten, ob unsere Disc sich nicht verselbstständigt und vorgespult hat, ohne das wir es gemerkt haben.

    Klammert man die emotionalen und etwas unrund wirkenden Momente jedoch aus, ist Ninja Slayer From Animation genau das, was wir von einer charmanten Klassiker-Hommage erwarten. Rachsüchtiger Typ kriegt fette Kräfte und erlegt gnadenlos böse Buben. Halluja!



    Bild

    Mit der Optik wenden wir uns nun einem recht schwer zu bewertenden Aspekt von Ninja Slayer From Animation zu. Auf den ersten Blick wirkt diese nämlich nicht wirklich zeitgemäß und würde in einem handelsüblichen Test gnadenlos abgestraft werden. Das Problem: Anders soll das Gesamtbild gar nicht ausschauen! Immerhin verbeugt sich Studio TRIGGER tief für älteren Animes und schwingt deshalb gnadenlos die Retro-Keule.

    Hat man dieses Wissen im Hinterkopf, erstrahlt Ninja Slayer From Animation plötzlich in einem völlig anderen Licht. Ein 4:3-Bildformat, 2D-Flash-Animationen sowie knallige Farben versprühen feinsten Retro-Charme, wobei aber auch nicht auf schicke Charaktermodelle sowie packend in Szene gesetzte Schwertkämpfe verzichtet wird.

    Beeindruckend ist auch die Verknüpfung zwischen grafischer und handlungstechnischer Aspekte. So signalisiert die Farbgebung eines Helden oder Bösewichts oftmals ihren Ninja-Status, was dem klassischen Look zusätzliche Facetten verleiht und vom Status des simplen Eye-Candy erhebt.

    Nun bleibt noch die Frage: Warum nicht die volle Punktzahl, wenn sich das Ganze so positiv liest? Ganz einfach: Eine Hommage ist immer schick, wenn man nur die zeitlosen Elemente übernimmt. Leider beinhaltet Ninja Slayer From Animation auch einige Momente, die an unserem Nervenkostüm nagten - beispielsweise das mehrfache Wiederholen der gleichen Animationen. Eine Untat, die wir als für immer begraben gesehen haben. Und die ab jetzt auch hoffentlich für immer begraben bleibt!



    Sound

    Das Wertungsproblem zieht sich beim Sound weiter. Gnadenlos verzichtet Ninja Slayer From Animation nämlich auf fetten 5.1-Sound und deutsche Sprachausgabe, sondern belässt es beim japanischen Original und Mono sowie PCM 2.0. Gewöhnungsbedürftig - aber in Kombination mit der Optik definitiv passend.

    Hervorstechen tut aber der unfassbar funkige Soundtrack, der mitsamt packender Songs von den Boom Boom Satellites oder Melt-Banana direkt ins Ohr geht und die gesamte Folge lang auch dort verweilt. Wenn sich farbenfrohe Ninja in feinster Retro-Manier Schwerter um die Ohren hauen, passt solch ein abgedrehtes Musik-Ensemble halt einfach perfekt.

    Einzig das vollständige Fehlen einer deutschen Sprachausgabe schmerzt - Hommage hin oder her - aber dann doch ein wenig. Und obwohl die deutschen Untertitel keinerlei Raum für Kritik offen lassen, bleibt ein kleiner Wermutstropfen zurück.



    Extras

    Poster
    Sticker


    Ihr seid schon ziemliche Bonusmaterial-Idioten, oder?. Eine Mail, die mich vor kurzem erreicht hat und die einen wichtigen Punkt der Reviews ansprechen. Ja, eigentlich müssten wir beim Bonusmaterial kein großes Fass aufmachen - aber wir tun es doch!

    Denn alle in der Redaktion freuen sich über wissenswerte Blicke hinter die Kulissen, um noch tiefer in die Welt eines geliebten Animes eintauchen zu dürfen. Kritik am fehlenden Material darf nicht als Kritik am eigentlich Anime verstanden werden - höchstens als kurzer Ausdruck unserer Enttäuschung.

    So ist es dann eben auch bei Ninja Slayer From Animation. Mit der Rückbesinnung auf ältere Animes hätten wir uns sehr über Hintergrundinfos zum Entstehungsprozess der ersten Ideen, der Songs sowie der Animationen gefreut. Und kriegen nur ein Poster sowie Sticker. Sehr schade. Aber wir wiederholen es jetzt für unsere Kritiker erneut: Das ändert nichts am Gesamteindruck zu Ninja Slayer From Animation! Bitte keine bösen Mails mehr!



    Fazit

    Eigentlich kann man Ninja Slayer From Animation als den perfekten Anime bezeichnen. Wenn man weiß, worauf man sich einlässt! Mit einer tiefen Verbeugung vor knalligen Retro-Animes serviert das Ninja-Abenteuer Fans nämlich genau das, was sie erwarten. Und lässt aufgebohrte HD-Grafik, fette Sounds und komplexe Geschichten dabei bewusst auf der Strecke.

    Solltet ihr euch an solch einer Klassiker-Hommage stören, seid ihr prinzipiell an der falschen Adresse. Alle anderen kommen an Ninja Slayer From Animation gar nicht vorbei. Hier bekommt man nämlich der ultimative, gnadenlos umgesetzte Klassiker-Paket spendiert, das mit seiner Kurzlebigkeit astrein funktioniert. Und im Endeffekt nur noch mit einer VHS-Veröffentlichung optimiert werden könnte.

    Name: Ninja Slayer From Animation
    Verleih: Nipponart
    Bild: 4:3
    Ton: Mono, PCM 2.0
    Sprachen: Japanisch
    Untertitel: Deutsch
    Laufzeit: ca. 390 Minuten
    Freigegeben ab: 16 Jahren

    Mehr Infos findet ihr hier!

    Für alle Bilder in unserem Test gilt:
    ©Ninj@ Entertainment/Ninj@ Conspiracy

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